Erfahrungsbericht zum Hochschule 21 Studium: 2/5

  •  3,0

  •  2,0
Physiotherapie (B. Sc.)

Wenn ich gewusst hätte was mich hier erwartet, hätte ich nur die Ausbildung gemacht und auf das Studium verzichtet. Beginn als kurzer Einstieg, das duale Studium baut sich folgendermaßen auf: Wir sind vier Tage pro Woche in der Fachschule (EKS oder UKE) und einen Tag pro Woche in der hochschule 21. Insgesamt kann man ohne Wahlveranstaltungen 180 Credits bekommen (Ja, ihr habt richtig gelesen: mickrige 180 Credits!). Die Studieninhalte sind uninteressant und meilenweit entfernt vom Berufsalltag. Ich bin jetzt am Ende des zweiten Semesters und habe absolut nichts gelernt. Klausuren/ Modulabschlussprüfungen sind mit Leichtigkeit zu schaffen - auch ohne vorherige Anwesenheit. Meiner Meinung nach, sind die Dozenten lächerlich. Brüsten sich mit Ihren Titeln und schlafen dann während einer Modulabschlussprüfung ein. Ja, Corona ist eine Umstellung für uns alle. Aber während Online-Vorlesungen einzuschlafen ist eine Frechheit. Es geht hier um unsere Zukunft, unsere Noten! Man erwartet von uns Wertschätzung aber gibt nichts zurück. Das war aber auch vorher, während der Präsenzzeit, nicht anders. Da wurden Unterrichtseinheiten an die Assistentin abgegeben oder einfach ausgesetzt. Mittlerweile bin ich froh, dass diese Zeiten niemals nachgeholt wurden. Auf noch mehr sinnfreien Unterricht kann ich gut verzichten. Absolut verschwendete Lebenszeit. Die Lehrveranstaltungen sind rein theoretisch (logisch, ist ja auch ein Studium). Allerdings ist das nicht realitätsnah. Dazu kommen dann noch die schlechten Lehrräume und das Desaster ist vorprogrammiert. Ich saß in meinem ganzen Leben noch nicht in Räumlichkeiten, mit so einer schlechten Akustik. Ganz vorne wird man von den Dozenten angeschrien und ab der Mitte der Sitzreihen versteht man gar nichts mehr. Keine Ahnung wie hier sinnvoll gelernt werden soll. Die Ausstattung ist gut. An jedem Arbeitsplatz gibt es Steckdosen und WLAN. Smart- und Whiteboards sind ausreichend vorhanden. Leider werden die Dinge nicht sinngemäß benutzt. Modernen oder lebendigen Unterricht gibt es nicht. Kommen wir zur miserablen Organisation des Studiums. Es gibt absolut keine Kommunikation zwischen Hochschule und Praxispartner. Der eine gönnt dem anderen nichts. Wir schreiben 3 Klausuren in der Fachschule? Egal, da knallen wir den Studenten noch eine Bibliografie für die Hochschule dazwischen. Welche Noten fließen in welches Fach ein, was ist wichtig für den Bachelor und wann werden welche Klausuren geschrieben? Keine Ahnung! Wer kann die Fragen beantworten? Niemand! Auf Mails wird aus Prinzip nicht geantwortet und der Modulablaufplan ist uneinsichtig. Noten werden monatelang nicht veröffentlicht. Und dann kommt man plötzlich noch mit Modulabschlussprüfungen um die Ecke, die aber praktisch in der Fachschule durchgeführt werden müssen. Ach so, aber einen zusätzlichen schriftlichen Hochschulteil gibt es trotzdem noch. Und den lassen wir dann einfach zeitgleich mit der praktischen Prüfung im selben Raum schreiben! Genial! Ein tolles Beispiel für schlechte Modulabschlussprüfungen ist auch die im Fach NuG 03. Wir sollen einen Film drehen. Bin ich im falschen Studium oder sind wir über Nacht zur Medienschule geworden? Wir haben weder das Equipment, noch die Fähigkeiten um einen Film zu drehen. Aber egal, wir werden uns schon was aus den Fingern saugen. Die Bibliothek ist in Ordnung. Leider sind wir nur einmal die Woche in der Uni... Da kommt man eigentlich nicht dazu das Angebot auch zu nutzen. Digitales Lernen - Stichwort Corona - ist unmöglich. Seit März finden die Vorlesungen jetzt online statt. Zoom ist eine gute Plattform mit tollen Möglichkeiten. Leider haben scheinbar weder wir, noch die Dozenten eine vernünftige Einführung erhalten. Das ist einfach keine gute Arbeitsatmosphäre. Und mein ganz persönlicher Höhepunkt: Die Kosten! Genau 385€ dürfen wir monatlich für das Studium bezahlen. Dabei sind wir ja nur 1x pro Woche vor Ort (oder wie aktuell, 1x pro Woche online). Hier ist es „natürlich“ auch egal ob wir an den Hochschultagen tatsächlich vor Ort oder doch in der Fachschule Unterricht haben, wir uns in den Semesterferien oder im Praktikum befinden. Am 01. Oktober starten wir nun ins erste Praktikum. Das bedeutet, wir sind bis Januar nicht mehr in der Uni, zahlen aber trotzdem das gleiche Geld. Fast 1.200€ für gar nichts. Naja was soll´s... Ich zahle ja sonst auch 385€ im Monat für nichts. Mein Fazit: Der Beruf des Physiotherapeuten ist abwechslungsreich und vielseitig. Ich würde den Job jedem empfehlen. Das Studium allerdings ist ein einziger Witz - ein großer Reinfall. Leider wird die Ausbildung allein in Zukunft nicht mehr viel Wert sein. Der Beruf ist auf dem Weg zur Akademisierung und das ist auch gut so! Allerdings ist einem dann, mit dem Studium an der hochschule 21, auch nicht geholfen.

Neueste Bewertungen zum Studiengang Physiotherapie (B. Sc.)

Zu allen Erfahrungsberichten Jetzt bewerten

Bewertungsdetails

Studieninhalte
  •  1,0
Dozenten
  •  1,0
Lehrveranstaltungen
  •  2,0
Ausstattung
  •  4,0
Organisation
  •  1,0
Bibliothek
  •  4,0
Digitales/Distance Learning
  •  1,0
Gesamtbewertung
  •  2,0