limo wardrobe: Dieses nachhaltige Upcycling Fashion Label solltest du kennen!

limo wardrobe: Dieses nachhaltige Upcycling Fashion Label solltest du kennen!


21.05.2021 · Nachhaltigkeit · von Dewi

Das nachhaltige Fashion Label limo wardrobe stellt hochwertige Upcycling Kleidung für Frauen her. Wir haben Gründerin Katharina zum Interview getroffen und mit ihr über limo sowie Nachhaltigkeit in der Modebranche gesprochen.

limo wardrobe und die Aussicht auf eine nachhaltige Modeindustrie

 

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iamstudent: Liebe Katharina, willkommen! Du bist Gründerin des nachhaltigen Fashion-Labels limo wardrobe. Wie kamst du auf die Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen und worauf seid ihr bei limo spezialisiert?

Katharina: Schon nach meiner Ausbildung zur Damenschneiderin an der Schule für KunstModeDesign im 16. Bezirk in Wien wollte ich mein eigenes Modelabel gründen. Zunächst wollte ich meine unternehmerischen Kenntnisse vertiefen und bin nach dem Studium der Internationalen Betriebswirtschaft an der WU Wien irgendwie hängen blieben – habe dort meinen Doktor am Institut für Entrepreneurship & Innovation gemacht. Die Leidenschaft für das Handwerk und die Mode ist nie verloren gegangen und nach einigen Jahren im Start-up Bereich hatte ich endlich eine Idee, die es Wert war in die Realität umzusetzen. Seit ich Mutter geworden bin, ist das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger für mich geworden und so kam mir die Idee für limo wardrobe.

iamstudent: Die Fast Fashion Industrie ist einer der größten Umweltsünder überhaupt. Warum eigentlich?

Katharina: Die Modebranche verursachte im Jahr 2018 global rund 2,1 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen. Das entspricht 4% der weltweiten Gesamtemissionen. Dies entspricht den jährlichen Treibhausgasemissionen von Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich zusammen. Darüber hinaus ist die Rohstoffgewinnung extrem umweltschädlich. Der Anbau von Baumwolle – einer der Hauptrohstoffe der Bekleidungsindustrie – ist in vielen Fällen mit dem Einsatz von genmanipulierten Pflanzen und Pestiziden verbunden, um das Wachstum der Pflanzen zu fördern und diese weniger anfällig für Schädlinge zu machen. Die Textilien werden im Anschluss umweltschädlichen Färbeprozessen unterzogen. Über alle Prozesse hinweg wird sehr viel Wasser verbraucht. Für ein Kilogramm Baumwolle werden circa 11.000 Liter Wasser benötigt. Die Modeindustrie ist aber nicht nur der zweitgrößte Umweltsünder (hinter der Ölindustrie), sondern auch für menschenunwürdige Produktionsbedingungen verantwortlich. Die meisten Kleidungsstücke, die wir heutzutage tragen, werden in Bangladesh, Indonesien, China usw. hergestellt.

Nicht zuletzt ist mit dem übermäßigen Modekonsum ein riesiges Müllproblem verbunden. Alleine in Deutschland entstehen jedes Jahr 1 Mio. Tonnen Textilmüll. Das entspricht fast 5kg Textilmüll pro Kopf.

iamstudent: Wie sieht hingegen der Produktionsprozess bei limo aus und welche Kleidungsstücke kann man bei euch kaufen?

Katharina: limo stellt hochwertige Frauenkleidung durch Upcycling von ausrangierten Männerhemden her. Jedes Kleidungsstück wird erst nach Eingang der Bestellung produziert. Dadurch erhält jede Kundin ein eigens für sie hergestelltes Teil und wir vermeiden Überproduktion. Das Angebot im Online Shop reicht aktuell von Blusen und Oberteilen über Kleider bis hin zu Röcken.

iamstudent: Was wären aus deiner Sicht effektive Schritte, um die Modebranche langfristig zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Industrie umzugestalten?

Katharina: Es gibt viele Wege, die Modebranche nachhaltiger zu gestalten. Angefangen bei den Ressourcen und Produktionsprozessen bis hin zu innovativen Geschäftsmodellen. Die verschiedenen Ansätze würden hier vermutlich zu weit führen, können aber in meinem Blogartikel zur Zukunft der Modebranche nachgelesen werden. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Aufklärung der KonsumentInnen. Die meisten Menschen haben überhaupt keine Vorstellung davon, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, um ein Kleidungsstück herzustellen und stellen deshalb die absurd niedrigen Preise nicht in Frage. Die Preise können nur auf Kosten der Umwelt und Arbeitsbedingungen der TextilarbeiterInnen niedrig gehalten werden. Zudem wird die Wertschätzung auf Seiten der KonsumentInnen immer geringer. Kleidung muss wieder von einem Verbrauchsgegenstand zu einem Gebrauchsgegenstand werden.

iamstudent: Wir sammeln laufend Tipps, wie Studis ihren Alltag nachhaltiger gestalten können. Welche Empfehlungen hättest du in Sachen Mode?

Katharina: Ich versuche, meinen Kindern Nachhaltigkeit bei den täglichen Bedürfnissen näher zu bringen. Wir essen beispielsweise im Winter keine Beeren oder Tomaten; beim Einkaufen benutze ich immer Stoffsäcke statt Papiertaschen; ich fahre so wenig mit dem Auto wie möglich.

Der wichtigste Aspekt ist meines Erachtens aber, dass man sich vor Augen hält, dass Nachhaltigkeit nicht mit Verzicht im negativen Sinn verbunden ist. Wenn ich darauf verzichte mit dem Auto zu fahren, tue ich auch meiner körperlichen Fitness etwas Gutes; wenn ich im Winter keine sommerreifen Früchte esse, freue ich mich im Sommer umso mehr darüber und sie schmecken darüber hinaus auch viel besser.

iamstudent: Hast du einen persönlichen Buch-, Podcast- und/oder Doku-Tipp für all jene, die vielleicht gerade erst anfangen, sich mit Slow Fashion auseinanderzusetzen bzw. ihr Wissen und Verständnis vertiefen möchten?

Katharina: The true cost (verfügbar auf Netflix), Fashion Revolution und unser limo wardrobe Blog.

iamstudent: Drei deiner liebsten nachhaltigen Labels – wo shoppst du persönlich gerne und ohne schlechtes Gewissen (Mode, Accessoires, Möbel etc.)?

Katharina: Grüne Erde, Hessnatur und Avocadostore.

iamstudent: Kannst du uns zu guter Letzt ein bisschen umreißen, wie sich deine Reise als Unternehmerin gestaltet und ein paar Learnings weitergeben – z.B. für Studis, die vielleicht selbst ein Unternehmen gründen möchten?

Katharina: Ich habe viele Jahre gezögert zu gründen – auch, weil ich lange nach der richtigen Idee gesucht habe. Allerdings stelle ich rückblickend fest, dass die Lebensumstände für eine Unternehmensgründung nicht einfacher werden. Mit Kindern und über die Jahre steigenden Ansprüchen an die Lebenshaltung werden auch die eigenen Hürden größer. Besser früher anfangen und verschiedene Dinge ausprobieren!

iamstudent: Welche Pläne hast du für die Zukunft und wie wird es bei limo weitergehen?

Katharina: Ich habe noch ein paar technische Baustellen, die es in den nächsten Monaten zu beheben gilt. In Zukunft soll vor allem der Aspekt der Individualisierung ausgebaut werden. Ich spiele mit dem Gedanken, mit Hilfe von 3D Body Scan Technologie den KundInnen das Maßnehmen zu ersparen und zudem die Produkte direkt im Online Shop am eigenen Avatar zu ermöglichen.

iamstudent: Vielen Dank für das Interview, liebe Katharina!

 

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Weitere Infos zu limo wardrobe findest du unter www.limo-wardrobe.de sowie auf Facebook und Instagram.

Für noch mehr Tipps zum Thema Nachhaltigkeit lohnt ein weiterer Blick in unser Magazin – zum Beispiel in den Artikel “Nachhaltig studieren: Step by step gelingt’s!”.



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