Deine Studienstadt ist zu teuer? Günstige Wohnmöglichkeiten für Studenten

Deine Studienstadt ist zu teuer? Günstige Wohnmöglichkeiten für Studenten



Der Wohnraum in Deutschland wird immer teurer – und das trotz Mietpreisbremse. Unter zu hohen Mieten leiden vor allem auch Studierende. Wir zeigen dir, wie günstige Wohnmöglichkeiten für Studenten und Alternativen abseits von Studentenwohnheim und klassischer WG aussehen können.

Wohnmöglichkeiten für Studenten: Wo wohnt es sich wie?

Wohnungsmarkt spitzt sich vor allem in Großstädten zu

Wohnmöglichkeiten für Studenten

Ob Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München, die Kosten fürs Wohnen in Deutschland steigen und steigen. Das bekommen vor allem diejenigen deutlich zu spüren, die ein schmales Budget haben und in Sachen Wohnen ohnehin schon sparsam sein müssen. Natürlich ist die Rede von Studierenden bzw. von jungen Menschen, für die die hohen Mietkosten in deutschen Unistädten immer problematischer werden.

Im letztjährigen Studentenwohnreport, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zusammen mit der Finanzberatungsfirma MLP veröffentlichte, wurden 30 Hochschulstandorte miteinander verglichen, um festzustellen, wie die Wohnsituation für Studis sowie die allgemeinen Wohnmöglichkeiten für Studenten in den einzelnen Städten ausfallen.

Der Report bestätigt, was Studenten in Deutschland bereits am eigenen Leib erfahren, nämlich, dass sich der Wohnungsmarkt für Studierende weiter zuspitzt. In nahezu allen 30 untersuchten Städten konnten Erhöhungen der Mietkosten festgestellt werden, aber vor allem in Frankfurt am Main, Darmstadt, Berlin, Konstanz und München kam es in den letzten Jahren zu einem extremen Anstieg der Mietpreise.

Welche sind die teuersten bzw. günstigsten deutschen Städte zum Studieren?

Teure Studienstädte in Deutschland: München, Stuttgart und Frankfurt

Wohnmöglichkeiten für Studenten

Trotz Anstieg der Mietpreise hat der Großteil deutscher Studis seit Jahren ein stagnierendes Nettoeinkommen (im Mittel 900€ monatlich) zur Verfügung, was die studentische Wohnungsnot weiter verdichtet. Studis können in Deutschland meist einfach nicht mit der Mietpreissteigerung mithalten. Des Weiteren fasst der Bericht zusammen: Selbst der inzwischen auf 325€ erhöhte Wohnzuschlag im BAföG-Höchstsatz (mehr zum BAföG findest du hier) reicht in mehr als zwei Dritteln der Hochschulstädte nicht für eine studentische Musterwohnung* aus und kann den Anstieg der Mieten nicht ausgleichen.

Im Studentenwohnreport heißt es dazu weiter: Wird nur die Wohnfläche betrachtet, könnten sich Studierende vom Wohnzuschlag im bundesweiten Schnitt ein 32 qm großes Apartment leisten – allerdings ohne Berücksichtigung der Nebenkosten, die zusätzlich finanziert werden müssen.

In München wäre eine Wohnfläche von nur 16 qm finanzierbar, in Stuttgart wären es lediglich 21 qm. In Magdeburg hingegen würde der Wohnzuschlag für mehr als 50 qm reichen.

In der bayerischen Landeshauptstadt ist das Wohnen wie zu erwarten war am teuersten. Die monatliche Warmmiete für eine Musterwohnung beträgt hier 717€. Mit etwas Abstand folgen dann Stuttgart mit 542€ und Frankfurt mit 505€.

Günstige Studienstädte in Deutschland: Magdeburg, Leipzig und Bochum

Wohnmöglichkeiten für Studenten

Die drei günstigsten Städte zum Studieren in Deutschland sind nach Erkenntnissen der Studienautoren hingegen Magdeburg (251€), Leipzig (278€) und Bochum (287€).

In Folge der angespannten Wohnungssituation leben generell immer mehr Studenten in Deutschland in einer Wohngemeinschaft (und nicht in einer eigenen Wohnung) oder sogar noch bei den Eltern. Wer aus finanziellen Gründen nicht aus dem Elternhaus rauskommt, sieht sich somit auch bei der Wahl der Hochschule und folglich des Studiums eingeschränkt.

Falls du dich weiter über deutsche Unistädte informieren möchtest, wirf doch mal einen Blick in unsere Artikel-Reihe “Kompaktwissen: Studieren in…”!

Mittlere Quadratmeterpreise in deutschen Städten

Grafik Mietpreise

Die Grafik ist dem Ergebnisbericht des MLP Studentenwohnreport 2019 entnommen.

Aus dem Studentenwohnreport lassen sich zudem die mittleren Quadratmeterpreise (Median) für Mietwohnungen kleiner als 40 qm an deutschen Hochschulstandorten entnehmen. Wir geben dir eine schnelle Übersicht:

  • München: 28€/qm
  • Stuttgart: 25€/qm
  • Frankfurt: 20€/qm
  • Berlin: 15€/qm
  • Hamburg: 15€/qm
  • Magdeburg: 7€/qm
  • Leipzig: 8€/qm
  • Bochum: 8€/qm

Wohnmöglichkeiten für Studenten: Wohnheimplätze sind Mangelware

Wohnmöglichkeiten für Studenten

Der Bericht zeigt darüber hinaus, dass der studentischen Wohnsituation generell viel zu lange zu wenig Beachtung zukam. Dem wachsenden Zustrom von Studis steht zum Beispiel eine zu geringe Anzahl an Studentenwohnheimen gegenüber. Besonders wenige Wohnheimplätze gibt es in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen.

So, nun wollen wir dir nach all diesen eher ernüchternden Fakten auch mal eine gute Nachricht überbringen. Der Studentenwohnreport macht uns und allen deutschen Studis zumindest dahingehend Hoffnung, dass es mittlerweile in manchen Städten wie zum Beispiel Hamburg gelingt, nach und nach den Bedarf für studentisches Wohnen zu decken bzw. Verbesserungen voranzutreiben.

*Eine Musterwohnung wird von den IW-Forschern verwendet, um verschiedene Städte besser vergleichen zu können. Dabei wird für eine 30 qm große Wohnung, die 1,5 km von der Hochschule entfernt liegt und 1995 erbaut wurde, auch die gleiche Ausstattung unterstellt.

Wie können alternative Wohnmöglichkeiten für Studenten aussehen?

Generationsübergreifendes Wohnen statt Studentenwohnheim

Generationsübergreifendes Wohnen

Soweit waren das mal die harten Tatsachen in Sachen studentisches Wohnen. Aber jetzt geht’s zum Glück positiv weiter! Schließlich ist der Mensch erfinderisch. Aufgrund der dramatischen Wohnungssituation in deutschen Städten haben sich in den vergangenen Jahren einige kreative Alternativen abseits von Hotel Mama, Studentenwohnheim und klassischer WG entwickelt.

Falls du dich also fragst, was du tun kannst, wenn kein Platz im Studentenwohnheim frei ist, du auf der Warteliste irgendwo auf dem hintersten Platz schmorst oder eine WG zu teuer ist, haben wir eine Idee für dich. Stichwort: Generationsübergreifendes Wohnen. Bitte was?

Lass uns dir ein schönes Fallbeispiel geben: Eine 101-jährige Rentnerin wohnt mit einer 32-jährigen Studentin zusammen in einer Wohngemeinschaft – eine Win-win-Situation. Warum? Weil die betagte Dame zwar viel Platz in ihrer Wohnung hat, aber niemanden, der sie zu ihren Terminen fährt oder mal für sie einkaufen geht. Und weil die Studentin zwar super gut Auto fahren und einkaufen gehen kann, aber nur wenig Geld für eine Wohnung oder WG hat, profitieren beide Seiten von der Wohngemeinschaft. Das Prinzip ist klar, oder?

Dieses konkrete Beispiel stammt aus Wien (siehe Artikel in Die Presse: “Die ungewöhnliche WG”), lässt sich aber ohne Weiteres auf sämtliche Großstädte übertragen, in denen Wohnraum zunehmend knapp und somit immer teurer wird. Vermittelt wurden die beiden Mitbewohnerinnen übrigens über die Plattform wohnbuddy.com.

Günstige Wohnmöglichkeiten für Studenten treffen auf soziales Engagement

Wohnmöglichkeiten für Studenten

Generationsübergreifendes Zusammenwohnen kann viele Vorteile mit sich bringen. Neben dem Abbau von Barrieren zwischen Jung und Alt, fördert diese Wohnform das soziale Engagement und beugt Einsamkeit vor. Hier hilft man sich gegenseitig – quasi nach dem Modell der Großfamilie, welches auf eine Wohnung, eine Anlage oder gar ein Viertel übertragen wird.

Natürlich funktioniert dieses Konzept nur dann, wenn sich alle Bewohner gleichermaßen motiviert und engagiert einbringen. Da heißt es dann eben nicht: Einziehen, Miete zahlen, Ruhe haben. Sondern eher: Einziehen, wenig bis keine Miete zahlen, gemeinschaftlich leben und sich gegenseitig unterstützen.

Ist das also die Lösung für Zeiten, in denen Wohnraum immer knapper und teurer wird, und können Wohnmöglichkeiten für Studenten auf diese Weise langfristig verbessert werden?

Wir geben zu, zunächst kam auch uns die Idee einer Wohngemeinschaft bestehend aus einer über 100-Jährigen und einer Anfang 30-Jährigen ungewöhnlich vor. Generationsübergreifendes Wohnen ist derzeit auch definitiv noch eine Sonderform des Wohnens, kann aber sicherlich zukünftig ein wichtiger Baustein sein, um der Wohnungsknappheit entgegenzuwirken und unser Miteinander zu stärken.

Wir finden die Idee auf jeden Fall ziemlich schön und möchten dir daher noch ein paar bestehende Initiativen zeigen, die bereits jetzt generationsübergreifendes Wohnen ermöglichen. Solltest du Interesse daran haben und in unserer kleinen Auflistung kein passendes Projekt finden, kannst du ganz einfach mal bei deiner Gemeinde anfragen.

Wohnmöglichkeiten für Studenten dank Initiativen für gemeinschaftliche Wohnprojekte

Gemeinschaftliche Wohnprojekte

  • Wohnprojekte Portal der Stiftung Trias: Allgemeines Nachschlagewerk für Wohnprojekte und Informationen für das Leben miteinander
  • FORUM Gemeinschaftliches Wohnen: Überregionaler Zusammenschluss von Organisationen und Personen, die neue, selbstorganisierte und gemeinschaftliche Wohnformen entwickeln und umsetzen
  • Sredzki 44 in Berlin: Musterhaus zum Generationenwohnen mit Informationszentrum, Projekt der Mietergenossenschaft SelbstBau
  • Villa Emma in Bonn: Eine inklusive Wohngenossenschaft in Bonn/Beuel für Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf
  • Maro Genossenschaft in Bayern: Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen, Partner für Bürger und Kommunen in Bayern, die sich gemeinschaftliche Wohnprojekte wünschen
  • wagnis in München: Wohnbaugenossenschaft für selbstorganisierte und selbstverwaltete Hausgemeinschaften und Wohnprojekte

Das war unser Überblick zu alternativen Wohnmöglichkeiten für Studenten. Für noch mehr Lesestoff rund ums Studentenleben schau am besten einfach mal wieder in unserem Blog vorbei. Dort erwarten dich vielfältige Beiträge wie zum Beispiel “8 einfache Tipps zum Geld sparen im Studium” oder “Ungewöhnliche Studiengänge in Deutschland”. Darüber hinaus findest du zum Thema Wohnen laufend weitere Infos in unserem Ratgeber.