GEZ-Ratgeber für Studenten: Alle Infos auf einen Blick!

GEZ-Ratgeber für Studenten: Alle Infos auf einen Blick!



Sein schlechter Ruf eilt ihm voraus. Man munkelt gar, manch ein Student öffnet bei unerwartetem Klingeln nicht einmal die Tür vor lauter Angst. Richtig, die Rede ist vom Rundfunkbeitrag. Aber muss ich als Student eigentlich auch die berüchtigten GEZ-Gebühren zahlen? Und falls ja, wofür überhaupt? Wir haben uns schlau gemacht und euch einen kleinen Ratgeber mit allen wichtigen Infos rund um die Rundfunkgebühr zusammengestellt. Damit gibt es garantiert keine bösen Überraschungen!

 

Wer hat Angst vor der GEZ? Allgemeines zum Rundfunkbeitrag

GEZ: Allgemeines zu den Rundfunkgebühren

Schlechter Ruf hin oder her, der Rundfunkbeitrag hat ja auch einen Sinn. Denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert sich hauptsächlich über diese vom sog. Beitragsservice erhobenen Gebühren. In Deutschland zählen zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Sender wie die ARD (inkl. regionaler Sender wie z.B. NDR, SWR, WDR u.a.) und das ZDF sowie das Deutschlandradio. Die Höhe des Rund­funk­beitrags beträgt seit dem 1. April 2015 17,50€ im Monat. Die Gebühr wird auf Basis eines soli­darischen Modells erhoben. Das bedeutet: Unabhängig davon, ob man nun Rundfunkgeräte nutzt oder nicht, man wird monatlich zur Kasse gebeten. Das Ziel dabei ist es, eine möglichst große Gerech­tigkeit bei der Finanzierung zu gewähr­leisten. Solidarisch bedeutet dabei, dass alle Bürger, Unternehmen, Institutionen und Einrich­tungen des Gemeinwohls in Deutschland einen Beitrag leisten, damit jeder von dem vielfältigen Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender profitieren kann – so nachzulesen in den Erläuterungen zum Solidarmodell. Damit besteht in Deutschland eine Beitragspflicht, die sich auf den Rund­funk­beitrags­staatsvertrag stützt.

Außerdem gilt: Der Rundfunkbeitrag ist immer pro Wohnung zu zahlen. Wie viele Radios, Fernseher, Computer oder andere empfangsbereite Geräte in der jeweiligen Wohnung vorhanden sind, spielt damit keine Rolle. In jedem Haushalt muss somit nur ein Beitragszahler angemeldet sein, um die Gebühr zu bezahlen. Der Beitrag gilt dann für alle Personen, die in dieser Wohnung leben. Begleichen kann man die Gebühren übrigens per Lastschriftverfahren oder Überweisung. Zur Auswahl stehen dabei folgende Zahlungsrhythmen: vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich.

Jede Regel hat aber bekanntlich ihre Ausnahme. Wir verraten dir, wie du als Student auch bei der GEZ-Gebühr gut davon kommst und diese sogar komplett umgehen kannst, indem du dich vom Rundfunkbeitrag befreien lässt.

 

 

Befreiung von den Rundfunkgebühren

Befreiung von den GEZ-Gebühren

Du bekommst BAföG? Falls du jetzt auch noch in einer eigenen Wohnung und somit nicht mehr bei den Eltern wohnst, dann herzlichen Glückwunsch! Du kannst dich von den GEZ-Gebühren befreien lassen. Das geht übrigens auch, wenn du eine Ausbildung machst und Berufsausbildungsbeihilfe erhältst. Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), Erasmus-Studenten oder andere Stipendiaten hingegen sind grundsätzlich beitrags­pflichtig.

Für eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag musst du lediglich den entsprechenden Antrag stellen und die erforderlichen Nachweise einreichen. Die Bearbeitung dauert allerdings ein bisschen. Deshalb im Zweifelsfall lieber früher als später beantragen. Zudem können auch Menschen mit Behinderung von den Gebühren befreit werden. Mehr dazu findest du in der Übersicht unter rundfunkbeitrag.de. Ebenfalls gut zu wissen: Eine Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht kann auch bis zu drei Jahren rückwirkend gewährt werden.

Sobald dein Antrag erfolgreich bearbeitet und genehmigt wurde, kannst du dich über eine Befreiung freuen. Diese dauert in der Regel entsprechend des eingereichten Leistungs­bescheides an, wobei der Zeitraum der Befreiung auf max. drei Jahre festgelegt wird. Falls du in dieser Zeit plötzlich keine Grundlage für die Befreiung mehr vorweisen kannst – fällt also z.B. eine Sozialleistung wie BAföG weg – solltest du dies wiederum über das entsprechende Online-Formular bekannt geben. Übrigens bist du ebenfalls zu einer Bekanntgabe beim Beitragsservice verpflichtet, wenn sich deine Daten, deine Bankverbindung oder gar dein Wohnort ändern. Falls z.B. ein Umzug ansteht, musst du deinen Wohnsitz auch beim Beitragsservice ummelden. Das entsprechende Formular zur Änderung deiner Daten findest du hier.

 

Rundfunkbeitrag in der WG

Rundfunkgebühren in der WG

“Eine Wohnung – ein Beitrag” lautete der Slogan des GEZ-Systems. Das heißt, eine Wohngemeinschaft zahlt logischerweise nur einmal, egal wie viele Personen in der WG wohnen bzw. unabhängig davon wie viele Fernseher, Radios, Smartphones, Laptops, Tablets und andere empfangsbereite Geräte sich in der WG befinden. Der Vorteil ist also, dass ihr den Betrag durch die Anzahl der Bewohner teilen könnt. Der Nachteil wiederum: Wenn sich eine Person in deiner WG von den Gebühren befreien lassen kann, gilt die Befreiung leider nicht automatisch für die ganze WG. In dem Fall wird die Gebühr von einem anderen Mitbewohner verlangt, der die Kriterien erfüllt.

 

GEZ in der eigenen Wohnung und im Studi-Wohnheim

GEZ in der eigenen Wohnung & im Studi-Wohnheim

So eine eigene Wohnung ist etwas Schönes, vor allem wenn man den Trubel in Wohngemeinschaften eher anstrengend findet. In Sachen GEZ-Beitrag kann das allerdings ein Nachteil für dich sein, weil es eben keine Mitbewohner gibt, die einen Teil der Gebühr übernehmen können. Das heißt für dich, dass du leider verpflichtet bist, den vollen Betrag von 17,50€ im Monat zu bezahlen. Bedenke aber natürlich auch hier die Möglichkeit einer Befreiung vom Rundfunkbeitrag!

Hauptwohnung oder Zweitwohnsitz? Auch hier bietet sich ein gewisses Schlupfloch. Denn: Die Inhaber von einer Neben­wohnung können sich unter bestimmten Voraus­setzungen von der Rundfunkbeitragspflicht für die Zweitwohnung befreien lassen – mehr dazu hier.

Und wie sieht es mit der Rundfunkgebühr im Studentenwohnheim aus? Wenn dein Zimmer im Studi-Wohnheim von einem allgemein zugänglichen Flur abgeht, dann gilt es bereits als eigene Wohnung und du musst den vollen monatlichen Betrag von 17,50€ bezahlen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob du eine eigene Küche oder sanitäre Anlagen in deinem Zimmer hast. Wenn deine Unterbringung im Wohnheim Teil einer Wohngruppe ist, in der mehrere Zimmer zusammengefasst werden, dann hast du Glück gehabt! In diesem Fall nämlich gilt dieselbe Regelung wie in einer Wohngemeinschaft – die Gebühr ist nur einmalig und nicht pro Kopf fällig.

 

GEZ bei den Eltern

GEZ bei den Eltern

Du wohnst noch bei deinen Eltern? Auch hier kommt es wieder darauf an, wie deine individuelle Wohnsituation geregelt ist. Wer in derselben Wohnung wie die Eltern gemeldet ist, kann sich aus der Affäre ziehen und die Rundfunkgebühren umgehen – hier müssen die Eltern für den Rundfunkbeitrag aufkommen. Wenn du allerdings eine eigene Wohnung – etwa im Haus deiner Eltern – bewohnst, dann gilt die monatliche Abgabe leider auch für dich und du kannst der GEZ nur schwer entkommen!

 

Ein Leben ohne GEZ – Abschaffung der Rundfunkgebühren?

Abschaffung der Rundfunkgebühren?

Viele hoffen darauf, hier und da wird darüber immer wieder gemunkelt, aber werden die GEZ-Gebühren tatsächlich abgeschafft? Leider nein! Zumindest wohl nicht in naher Zukunft. Ab 2021 müssen wir uns wahrscheinlich sogar eher auf eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags gefasst machen. Die Einnahmen in Milliardenhöhe sind schließlich die Hauptfinanzierungsquelle für die öffentlich-rechtlichen Sender. Bis Ende 2020 ist der Rundfunkbeitrag noch festgelegt, danach wird für vier Jahre eine neue Gebühr bestimmt, die nach derzeitigen Prognosen etwas höher als bisher ausfallen wird, da die Sender schon jetzt mehr Einnahmen fordern, um weiterhin qualitativ hochwertiges Programm anbieten zu können. Auch eine Neuregelung ist immer wieder im Gespräch, so etwa der sog. Indexbeitrag, bei dem die Gebühr an die Inflationsrate angepasst werden würde. Bisherige Verhandlungen dazu waren aber ohne Erfolg.

 

 

Das war unser Überblick mit den wichtigsten Infos zum Rundfunkbeitrag. Weitere Informationen dazu findest du außerdem unter www.rundfunkbeitrag.de. Wer sich sonst ein bisschen schlau machen möchte rund um finanzielle Themen, dem sei ein Blick in unseren Ratgeber empfohlen. Dort findest du etwa Artikel zu Kosten und Finanzierung deines Studiums sowie eine kleine Ideenliste für den Fall, dass dein BAföG dich finanziell nicht über die Runden bringt. Wer sich über Versicherungen für Studenten informieren möchte, wird ebenfalls fündig. Genauso wie WG-Gründer in spe – in unserem FAQ zur WG-Gründung erfährst du alles zu Mietrecht, Provision und Co.