Steuererklärung für Studenten: Alles was du wissen musst!

Steuererklärung für Studenten: Alles was du wissen musst!


01.01.2021 · Evergreen, Finanzen · von Dewi

Getreu unserem Motto “Einfach mehr vom Studium” berichten wir heute über das Thema Studentensteuererklärung. Das ist zwar zugegebenermaßen nicht allzu sexy, aber durchaus relevant, wenn es darum geht, dein Budget aufzustocken. Warum sich eine Steuererklärung für Studenten lohnt und worauf du dabei achten solltest, verraten wir dir in unserem Überblick.

Du möchtest beim Thema Studentensteuererklärung gerne direkt zu einer spezifischen Frage + Antwort gelangen? Dann nutze die Schnellwahl-Links:

Steuererklärung für Studierende: Die wichtigsten Fragen schnell beantwortet!

Müssen Studenten eine Steuererklärung machen?

Steuererklärung für Studenten

Studenten ohne Einkommen sind generell von der Abgabepflicht der Steuererklärung ausgenommen, sprich nicht dazu verpflichtet eine Studentensteuererklärung zu machen bzw. Steuern zu zahlen. Werden allerdings Einkünfte verbucht, sind Steuerzahlungen an den Staat fällig. Zu beachten ist dabei der Grundfreibetrag. Für 2021 beträgt der Freibetrag 9.744€, ab 2022 steigt der Grundfreibetrag auf 9.984€. Bis zu dieser Summe zahlst du auch weiterhin keine Steuern.

Wie sieht es mit der Abgabepflicht beim Studentenjob aus?

Steuererklärung Nebenjob

Befindest du dich in einem Angestelltenverhältnis und verdienst mehr als die Summe des jährlichen Grundfreibetrags, fällst du beim Finanzamt in der Regel in die sog. Steuerklasse 1 (Randnotiz: insgesamt gibt es sieben verschiedene Steuerklassen). In dieser Standard-Steuerklasse landen grob zusammengefasst alle, die ledig und kinderlos sind.

Erhältst du als Arbeitnehmer der Steuerklasse 1 ausschließlich Einnahmen aus deiner Anstellung, bist du ebenfalls von der Abgabepflicht einer Steuererklärung ausgenommen, da dein Arbeitgeber die anfallenden Abgaben (Lohnsteuer) bereits an das Finanzamt gezahlt hat (Lohnsteuerabzug siehe deine Lohnsteuerbescheinigung).

Auch bei einem 450-Euro-Job – dem sog. Minijob – musst du keine Steuererklärung abgeben. Dein Arbeitgeber zahlt hier den Großteil der Abgaben. Dazu gehören pauschale Beiträge zur Krankenversicherung, zur Rentenversicherung und zur gesetzlichen Unfallversicherung. Außerdem fallen Umlagen und Steuern an. Als Minijobber zahlst du in der Regel nur Rentenversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber zusammen mit seinen Abgaben bei der Minijob-Zentrale (nicht beim Fiskus) angeben und abführen muss.

Bist du hingegen während des Studiums selbstständig oder freiberuflich tätig oder betreibst ein Gewerbe, bist du zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Übrigens: Auch bei einem bezahlten Praktikum, dem du dich neben dem Studieren widmest, können gegebenenfalls Steuern anfallen – je nachdem wie viel du monatlich verdient hast. Allerdings gilt auch bei Einkünften aus Praktika, dass du nur dann Steuern zahlen musst, wenn dein jährliches Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt.

Weitere Infos zur Abgabepflicht einer Studentensteuererklärung findest du online.

Kann man als Student eine Steuererklärung machen?

Steuererklärung Studenten

Ja, du kannst eine Studentensteuererklärung machen. Du bist als Student zwar nicht unbedingt dazu verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben, aber du kannst diese natürlich freiwillig einreichen und dabei ausgewählte Kostenpunkte für dein Studium (z.B. Fahrten, Arbeitsmittel u.v.m.) steuerlich absetzen, was sich wiederum für dich lohnen kann. Bei einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit neben der Uni sind Studenten hingegen verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben.

Warum ist es sinnvoll als Student eine Steuererklärung einzureichen?

Steuererklärung für Studenten

Du fragst dich, warum du als Student überhaupt eine Steuererklärung machen solltest? Warum sich den Aufwand antun, Rechnungen, Belege usw. zu sammeln und einzureichen, wenn keine Verpflichtung besteht? Ganz einfach: Selbst ohne Einkünfte bzw. auch wenn keine Abgabepflicht herrscht, sind Steuererklärungen während des Studiums zu empfehlen, da du dir mit einer Steuererstattung jede Menge Geld zurückholen kannst!

Ebenfalls gut zu wissen: Nur weil du einmal eine freiwillige Studentensteuererklärung gemacht hast, musst du diese im nächsten Jahr nicht wieder abgeben. Du kannst jährlich neu entscheiden, ob du eine freiwillige Steuererklärung machen möchtest bzw. ob sich die daraus resultierende Erstattung für dich lohnt.

Wann lohnt es sich als Student eine Steuererklärung zu machen?

Steuererklärung für Studenten

Eine Steuererklärung lohnt für Studenten, wenn z.B. während des Studiums als Freelancer gejobbt wird. Außerdem können Ausgaben in direkter Verbindung mit dem Studium als Verlustvortrag (Ausgaben höher als Einkünfte) beim Finanzamt eingereicht werden. Der daraus resultierende Betrag wird Studenten angerechnet, bis zum ersten Mal tatsächlich Steuern bezahlt werden.

Allerdings gibt es hier einige wesentliche Punkte zu beachten:

  • Sämtliche Kosten, die im Rahmen einer Erstausbildung (z.B. Erststudium im Bachelor oder Berufsausbildung ohne vorherigen Abschluss) getätigt werden, sind als Sonderausgaben zu betrachten und können nicht als Verlustvortrag geltend gemacht werden.
  • Ausgaben für eine Zweitausbildung (z.B. Master oder Studium nach erfolgreicher Berufsausbildung) oder ein Zweitstudium hingegen können als Werbungskosten abgesetzt und daher auch als Verlustvortrag geltend gemacht werden.

Lass uns darauf noch etwas genauer eingehen!

Was ist der Unterschied zwischen Sonderausgaben und Werbungskosten?

Sonderausgaben und Werbungskosten

Die Unterscheidung ist deswegen wichtig, weil du bei Sonderausgaben eben keinen Verlustvortrag geltend machen kannst, sprich die Summe deiner Verluste nicht zu einem späteren Zeitpunkt mitnehmen kannst. Verluste während der Erstausbildung können somit immer nur im selben Jahr geltend gemacht werden, in dem die Verluste angefallen sind. Außerdem ist der absetzbare Betrag hier auf 6.000€ beschränkt.

Anders bei den sog. Werbungskosten. Hier kann ein Verlustvortrag geltend gemacht werden, d.h. steuerliche Erleichterungen können zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen kommen. Zudem ist der absetzbare Betrag für deine Ausbildungskosten nicht beschränkt.

Was bekommt man als Student an Steuern zurück?

Steuererklärung Studenten

Kurz zusammengefasst lässt sich also sagen: Studenten können mit einer freiwilligen Steuererklärung gewisse Aufwendungen, sprich Studienausgaben, als Verlustvortrag beim Finanzamt geltend machen und der daraus resultierende Betrag wird bei der ersten regulären Steuerzahlung angerechnet, d.h. du zahlst dann weniger Steuern bzw. erhältst eine Steuererstattung. Du siehst, so eine Studentensteuererklärung ist durchaus praktisch.

Was kann ich als Student steuerlich absetzen?

Studienkosten absetzen

Obwohl es hier gewisse Punkte vorab zu bedenken gibt, kann sich eine Steuererklärung für Studenten auszahlen und wir verraten dir daher natürlich auch, welche Ausgaben du als Studierender von der Steuer absetzen kannst:

  • Studiengebühren
  • Kurs- und Prüfungsgebühren
  • Fachliteratur
  • Schreibmaterial
  • Software fürs Studium
  • Computer, Notebook, Drucker
  • Fahrtkosten
  • Ausgaben für den Umzug
  • Unterkunftskosten
  • Studienkreditzinsen
  • Auslandssemester (mehr dazu hier)

Mehr zum Thema Studienkosten absetzen findest du zudem ebenfalls online.

Außerdem gut zu wissen: BAföG und die GEZ kannst du bei einer Studentensteuererklärung übrigens nicht absetzen. Von der Rundfunkgebühr kannst du dich als Studi aber immerhin befreien lassen.

Können Semestergebühren steuerlich abgesetzt werden?

Semestergebühren absetzen

Grundsätzlich ja! Semestergebühren können steuerlich abgesetzt werden. Wichtig dabei ist allerdings die Unterscheidung, ob sich der Student in der Erst- oder Zweitausbildung befindet. Je nachdem zählen die Studiengebühren bei deiner Studentensteuererklärung als Sonderausgaben bzw. Werbungskosten und müssen somit entweder noch im selben Jahr bzw. können zu einem späteren Zeitpunkt geltend gemacht werden.

Darf die Steuererklärung rückwirkend eingereicht werden?

Steuererklärung rückwirkend

Kurz und knapp: ja! Deine freiwillige Steuererklärung ist nicht an die üblichen Fristen gebunden und kann daher bis zu vier Jahre rückwirkend beim Finanzamt eingereicht werden.

Auch der Verlustvortrag bei der Zweitausbildung kann im Zuge einer Studentensteuererklärung rückwirkend geltend gemacht werden, und das bei einer Verjährungsfrist von bis zu sieben Jahren. Bei Taxfix findest du die entsprechenden Fristen im Überblick.

Studentensteuererklärung: Darauf solltest du achten!

Welche Fristen sind bei einer Steuererklärung zu beachten?

Fristen für Steuererklärung

Das A und O bei deiner Studentensteuererklärung ist zunächst einmal die Abgabefrist, die du einhalten solltest. Wie bereits erwähnt, ist in Sachen Fristen entscheidend, ob die Steuererklärung freiwillig oder verpflichtend eingereicht wird. Wirst du vom Finanzamt aufgefordert eine Steuererklärung abzugeben, gelten seit 2019 (Steuerjahr 2018) folgende Fristen:

  • Steuererklärung ohne Steuerberater: Abgabe bis spätestens 31. Juli des Folgejahres
  • Steuererklärung mit Steuerberater: Abgabe bis spätestens 28. Februar des übernächsten Jahres

Bei einer freiwilligen Abgabe hast du wie zuvor genannt bis zu vier Jahre rückwirkend Zeit deine Steuererklärung einzureichen.

Du hast die entsprechende Frist verpasst? Dann droht im schlimmsten Fall ein Verspätungszuschlag in Höhe von mind. 25€ pro verspätetem Monat. Mit etwas Glück und einer rechtzeitig verschickten, plausiblen Erklärung kannst du das zuständige Finanzamt aber um eine Fristverlängerung bitten.

Wie reiche ich meine Steuererklärung am besten ein?

Steuererklärung für Studenten

Als Digital Native dürfte es dir durchaus entgegen kommen, dass du deine Steuererklärung – ob freiwillig oder verpflichtend – online erledigen kannst. Mit ELSTER (elektronische Steuererklärung) steht dir als Steuerzahler ein eigens dafür geschaffenes Online-Portal zur Verfügung. Zudem kannst du dir ELSTER auch als kostenlose Software herunterladen.

Wo bekomme ich professionelle Hilfe für meine Steuererklärung?

Steuererklärung mit Taxfix

Falls dir das Thema Steuererklärung für Studierende nach wie vor wie ein Buch mit sieben Siegeln vorkommt, haben wir natürlich ebenfalls die passende Lösung für dich parat. Wie wär’s denn mit professioneller Hilfe? Das Unternehmen Taxfix zum Beispiel führt dich dank der gleichnamigen App oder alternativ per Web-Browser Schritt für Schritt durch deine Steuererklärung, sodass du diese im Handumdrehen und ganz ohne Vorkenntnisse erledigt hast.

Für weitere Infos zu Taxfix lies am besten einfach mal in den entsprechenden Blogartikel rein. Zudem lohnt es natürlich nach unseren Taxfix Gutscheinen Ausschau zu halten, mit denen du bei deiner Studentensteuererklärung noch mehr sparen kannst. Jede Menge Steuertipps findest du außerdem unter taxfix.de/steuertipps sowie im Online-Verbrauchermagazin steuertipps.de.

Last but not least haben wir noch einen kleinen Geheimtipp für dich: Auf der Seite steuerstudies.de, die von Studis für Studis gegründet wurde, findest du verständliche Steuerbeispiele sowie grundlegende Erklärungen zum Thema, damit du deine Steuererklärung erfolgreich meistern kannst. Dabei werden dir alle notwendigen Grundlagen und die wichtigsten Steuerbegriffe sowie die Steuervorteile, von denen du als Studi profitierst, erläutert – und das komplett kostenlos.

Das war unser Überblick mit den wichtigsten Infos zum Thema Steuererklärung für Studenten. Hoffentlich konnten wir somit etwas Klarheit schaffen. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner ersten bzw. nächsten Studentensteuererklärung!



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