Wie Studenten durch Videospiele effektiver lernen können!

Wie Studenten durch Videospiele effektiver lernen können!



Videospiele als Lernhilfe? Mit dem Konzept des Game-Based Learning beschäftigen sich mittlerweile auch viele Forscher an Hochschulen mit den positiven Auswirkungen von Videospielen auf den Lernerfolg. Hätten wir dieses Rüstzeug schon in unserer Kindheit gehabt, wären uns vermutlich viele Diskussionen mit unseren Eltern um die zusätzliche Stunde an der Konsole erspart geblieben.

Besonders bekannt wurde die Thematik durch den Italienisch-Professor Simone Bregni, der an der Saint Louis University in den USA unterrichtet. Bereits in den späten 90ern begann er Computerspiele in seinen Unterricht zu integrieren und versuchte damit seinen Studenten neue Perspektiven auf den Lernstoff zu bieten. Wenn du dir jetzt gerade überlegst eine Playsi vor der nächsten Prüfungsphase zuzulegen, dann kann ein zusätzlicher Blick in unsere Lernratgeber nicht schaden. Hier findest du Lerntipps, Infos zu den unterschiedlichen Lerntypen und Tipps für eine gelungene Präsentation.

Mit Assassin’s Creed zum Prüfungserfolg?

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Bevor du deine Skripten in eine Ecke wirfst und die Xbox aufdrehst warte noch kurz, denn so einfach ist es dann doch wieder nicht. Der Begriff “Game-Based Learning” gewann Anfang er 2000er Jahre an Popularität, als sich verschiedene Forscher dem Thema widmeten. In diesem Kontext entstanden auch die Begriffe “Serious Games” und “Educational Games”. Auch bei unterschiedlicher Bezeichnung verbindet diese Ansätze eine große Gemeinsamkeit: Der Einsatz digitaler Spiele im Bildungskontext geschieht mit ernster Absicht und abhängig vom Kontext des Lernstoffes.

So hält es auch der eingangs erwähnte Professor. In seinem Literatur-Kurs zur italienischen Renaissance lernen seine Studenten die Stadt Florenz unter den Medicis durch das Spiel Assassin’s Creed 2 kennen. Andere Spiele, die er verwendet, sind Final Fantasy, Trivial Pursuit, Heavy Rain und Rise of the Tomb Raider. Bregni ist dabei von der Effektivität von spielerischem Lernen überzeugt, seiner Ansicht nach wird durch den Spaß beim Spielen der Lernstoff besser verarbeitet und so die Effektivität gesteigert.

Sprachunterricht und die Lösung von Problemen.

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Die oben genannten Spiele setzt Bregni unter anderem ein, um die Grammatik und das Vokabular der Studierenden zu stärken. Kulturelle Aspekte, die in Spielen ein Thema sind, werden ebenfalls zum Thema in Bregnis Unterricht. Ein weiterer Vorteil, den Videospiele haben können und den Bregni gerne nutzt, ist die Möglichkeit, seinen Studenten das Lösen von Problemen näher zu bringen. Der Professor nutzt das vor allem für seinen Italienisch-Unterricht aus, um den Studierenden die Sprache effektiver zu vermitteln. Muss man sich auf eine Fremdsprache verlassen, um in einem Spiel voranzukommen, lernt man spontaner damit umzugehen. In Situationen, in denen sich Studenten dann im Alltag verständigen müssen, kann es ihnen leichter fallen, sich auf ihre Fähigkeiten zu verlassen, anstatt sich unsicher zu fühlen.

Studie der Ruhr-Uni Bochum belegt Vorteil von Gamern beim Lernen.

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Auch eine Studie der Ruhr-Uni Bochum mit dem Titel  Games people play: How video games improve probabilistic learning aus dem Jahr 2018 kam zu dem Schluss, dass Gamer in gewissen Bereichen besser lernen. Hierfür wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bestand aus Personen, die mehr als 15 Stunden in der Woche zocken, die zweite Gruppe aus Personen, die nur hin und wieder spielen. Als Test-Verfahren wurde der “Wettervorhersage-Test” verwendet. Dieser testet die Fähigkeit der Probanden, wir gut sie kombinieren und Wahrscheinlichkeiten erfassen können. Das Ergebnis: Die regelmäßigen Videospieler waren besser darin, Situationen schnell zu erfassen und neues Wissen zu generieren und zu kategorisieren.

Welche Spiele sind für Studenten am besten zum Lernen geeignet?

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Das kommt natürlich ganz darauf an, ob beispielsweise der Spracherwerb im Vordergrund steht oder ob es eher um komplexere Skills, wie Problemlösung geht. Spiele wie Assasin’s Creed aus dem Beispiel Bregnis verdeutlichen die Geschichte eines Ortes wie Florenz und wer sie auf englisch spielt, verbessert auch noch seinen Wortschatz. Tipp am Rande: Es erscheint von Assassin’s Creed übrigens auch bald ein Handy-Spiel (für iOS und Android) Assassin’s Creed: Rebellion, welche dann auch mal zwischen den Vorlesungen gezockt werden kann.

Besonders geschichtliche Themen sind in allen Spielekategorien beliebt. Sei es bei Strategiespielen, Actionspielen aber auch Casinospiele wie Roman Legion, Ramses Book oder Rich Wilde – Book of Dead, die im Mobile-Casino LeoVegas auf dem Handy gespielt werden können, greifen verschiedene geschichtliche Thematiken auf.  Diese Spiele fallen dann aber eher in die Kategorie Motivation und Belohnung beim Game-Based Learning.

Andere Spiele, etwa Landwirtschaftsimulator, können dabei helfen langfristig zu planen oder Arbeitsabläufe zu optimieren. Einer Studie der University of Glasgow zu Folge führen Videospiele wie World of Warcraft III: Reign of Chaos, Minecraft und Lara Croft and the Guardian of Light zu verbessertem Einfallsreichtum, Anpassungsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeiten. Eines muss natürlich jedem klar sein: Eine Stunde Lara Croft macht noch keinen guten Archäologen aus. Die Spiele wirken unterstützend, aber sind kein Ersatz für Skripten und Co.